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Thermobecher haben die Herzen der Coffee- oder Tea-to-Go-Liebhaber:innen und somit die Innenstädte erobert. Kaltes kalt und Warmes warm halten, möglichst dicht schließen, sich einfach säubern lassen und kleine Stürze unbeschadet überstehen – viel mehr muss ein guter Thermobecher nicht können. Wir haben drei der trendigen Begleiter in genau diesen Disziplinen gegeneinander antreten lassen, um herauszufinden, welcher von ihnen sich im Alltag am besten schlägt.
Die Kandidaten im Überblick
Für unseren Vergleich haben wir zwei Herausforderer gegen den Isolierbecher des beliebten Herstellers Stanley antreten lassen. Alle drei fassen in etwa den gleichen Inhalt (ca. 500 ml) und haben einen vergleichbaren Preis (um die 20 €).
| Stanley Go Quick Flip Isolierflasche 470ml | Emsa Travel Mug Waves Grande Isolierbecher 500ml | Hydro Flask All Around Tumbler Isolierbecher 473ml | |
| Typ | Isolierflasche | Isolierbecher | Isolierbecher |
| Farben | grün, grau, silber | blau | schwarz |
| Inhalt | 470ml | 500ml | 473ml |
| Material | Edelstahl | Edelstahl | Edelstahl |
| Verschluss | Klappverschluss | Druckverschluss | |
| Abmessungen | 20.3×7.6cm | 24cm | 15.5×8.6cm |
| Gewicht | 320g | 258g | |
| Besonderheiten | BPA frei, auslaufsicher, spülmaschinenfest | spülmaschinenfest | BPA frei |
Der Thermobecher von Stanley liegt gut in der Hand, die Oberfläche aus Edelstahl fühlt sich hochwerrtig an. Der Schraubdeckel ist aus Plastik und wirkt sehr stabil. Wer möchte, kann den Becher auch mittels Karabiner am Rucksack festmachen. Kippt man die obere Hälfte des Deckels nach hinten, wird der Trinkauslauf freigelegt.






Der Thermobecher von Emsa hat eine gummierte, gewellte Oberfläche, die den Edelstahlkörper ummantelt und einen guten Grip bietet. Geschlossen wird er mit einem Schraubdeckel aus Plastik. Um den Trinksauslauf zu öffnen, muss ein Knopf in der Mitte des Deckels betätigt werden, der Becherinhalt fließt durch den gesamten Schließmechanismus nach außen.





Hydro Flask All Around Tumbler
Der Tumbler von Hydro Flask erinnert von der Form her am meisten an einen klassischen Pappbecher. Seine beschichtete Edelstahloberfläche liegt angenehm in der Hand. Der Plastikdeckel kann nicht angeschraubt werden, sondern wird auf den Thermobecher draufgesetzt. Ein integrierter Gummiring sorgt für die Abdichtung und dafür, dass der Deckel fest liegt. Der Öffnungsmechanismus des Trinkauslaufs ist ganz einfach: eine Lasche umlegen und schon ist die Öffnung frei.




Runde 1 – Heißgetränk
In der ersten Runde wollen wir wissen, welcher Isolierbecher heißes Wasser am längsten warm hält. Gemessen wird nach zwei Stunden, Ausgangstemperatur sind 90°C, gemessen mit unserem Küchenthermometer. Die Becher werden im Testzeitraum bei Zimmertemperatur gelagert. Von außen sind sie nie zu heiß zum Anfassen.



Das Ergebnis nach zwei Stunden – es gibt jeweils einen klaren Gewinner und Verlierer, wobei zwischen den beiden fast 30°C liegen. Sieger ist der Becher von Emsa, der 11°C verliert, gefolgt vom Modell von Stanley, dessen Inhalt nach zwei Stunden ganze 19°C kälter ist. Verlierer dieses Szenarios ist der Hydro Flask, der bis auf 62°C abkühlt.



Runde 2 – Kaltgetränk
Für die zweite Runde erhöhen wir die Schwierigkeit. Die drei mit kaltem Wasser gefüllten Thermobecher bleiben zwei Stunden lang in der Mittagssonne, von 13:00-15:00 Uhr, bei ca. 16°C Außentemperatur. Die Idee dahinter: im Freibad ist nicht immer ein Schattenplatz zu finden, das Getränk soll trotzdem kalt bleiben. Das eingefüllte Wasser kommt direkt aus dem Kühlschrank und hat am Anfang 10°C.




Das Ergebnis nach zwei Stunden: Kälte konservieren alle drei Becher besser als Wärme, auch dieses Mal gibt es einen klaren Gewinner bzw. Verlierer, aber die Unterschiede sind geringer als in der ersten Runde. Sieger ist dieses Mal der Stanley, dessen Inhalt jetzt 15°C misst, dicht gefolgt vom Emsa-Thermobecher mit 19°C und dem praktisch gleichen Ergebnis beim Hydro Flask, dessen Inhalt nach den zwei Stunden nun auf 20°C erwärmt ist.



Runde 3 – Abstürzende Thermobecher
Wie steht es mit dem Auslaufschutz bei kleinen Hoppalas? Bleibt der Becher dicht, wenn er beim Transport umkippt oder geschüttelt wird? Und was ist, wenn er aus der Hand fällt? Hält das Edelstahlgehäuse dem Sturz stand? Schauplatzwechsel für den Test – beide Kriterien testen wir auf dem Skateplatz, stürzen dürfen die Becher aus ca. 170 cm Höhe auf Beton.
Als erster tritt der Stanley Go Quick Flip an. Schütteln kann der Dichtheit nichts anhaben, auch beim Sturz verformt sich das Gehäuse kaum. Jedoch zeigt sich (zugegeben zufällig) eine Designschwäche: fällt der Becher auf die Seite mit dem Schließmechanismus des Deckels (so wie in unserem Test), springt dieser auf und der Inhalt läuft aus.
Es folgt der Emsa Travel Mug Waves Grande. Dieser läuft beim Schütteltest nicht aus und übersteht auch den Sturz ohne auszulaufen. Top Ergebnis und damit Testsieger in dieser Kategorie.
Als dritter tritt der All Around Tumbler von Hydro Flask an. Dessen Deckel wird nicht angeschraubt, sondern auf den Becher gedrückt und mit Hilfe von rutschfesten Gummiringen festgehalten. Leichte Erschütterungen durch Gehbewegungen hält der Becher locker aus, aber wie steht es bei unserem Extremtest? Wenig überraschend schneidet dieser suboptimal ab: beim Schütteltest spritzt es schon ordentlich, den Sturz übersteht er ebenfalls nicht geschlossen und der Inhalt tritt aus.
Nach dem Test der Schadensbericht. Sieger ist der Stanley Go Quick Flip, dem man den Sturz nicht ansehen kann, dicht gefolgt vom Emsa Travel Mug. Bei diesem steht lediglich der rutschhemmende Gummiboden leicht aus seiner Fassung und kann leicht zurück gedrückt werden. Der Hydro Flask All Around Tumbler hat die sichtbar größten Blessuren davongetragen, der Körper ist an der Aufprallstelle deutlich eingedrückt. Oft sollte er lieber nicht abstürzen.





Runde 4 – Autohalterung
Nächste Runde: Passen die Becher bequem in die entsprechenden Halterungen im Auto? Alle drei Becher können problemlos (und auslaufgeschützt) im Auto mitgenommen werden. Wegen seiner geringeren Höhe im Vergleich zu seinen Mitstreitern verschwindet der Hydro Flask für den Geschmack des Redakteurs zu weit in der Halterung und ist damit schwerer mit den Fingern zu fassen, ohne den Blick von der Straße zu nehmen. Das ist aber eine sehr subjektive Einschätzung.



Runde 5 – Reinigung
Endspurt: wie einfach lassen sich die Thermobecher reinigen? Alle drei Becher können händisch oder in der Spülmaschine gereinigt werden. Während die Deckel von Stanley und Hydro Flask auch einfach unter laufendem Wasser ausgespült werden können, ist das beim Deckel des Emsa-Bechers mit seinem federgestützten Schließmechanismus des Trinkauslaufs nicht so einfach. Ist das Getränk der Wahl ein Milchkaffee (pflanzliche Alternativen eingeschlossen), können Rückstände zurückbleiben, die erst mit einer Bürste richtig gereinigt werden können. Außerdem ist bei diesem Mechanismus schwerer auf den ersten Blick zu erkennen, ob der Trinkauslauf offen oder geschlossen ist, was in Momenten der Unachtsamkeit schnell zum ungewollten Austritt des Inhalts führen kann. In dieser Runde haben wir also zwei Sieger: die Isolierbecher von Stanley und Hydro Flask.
Welcher Thermobecher schlägt sich am besten?
| Stanley Go Quick Flip | Emsa Travel Mug Waves Grande | Hydro Flask All Around Tumbler | |
| Wärmeisolierung | 8/10 | 9/10 | 6/10 |
| Kälteisolierung | 9/10 | 7/10 | 6/10 |
| Dichtheit | 10/10 | 10/10 | 3/10 |
| Sturzsicherheit | 8/10 | 10/10 | 7/10 |
| Autohalterung | 10/10 | 10/10 | 9/10 |
| Reinigung | 10/10 | 6/10 | 10/10 |
| GESAMTWERTUNG | 9/10 | 8/10 | 6/10 |
Der Stanley Go Quick Flip hat im Emsa Travel Mug Waves Grande einen würdigen Herausforderer gefunden, der ersteren in manchen Szenarien sogar überflügeln kann. Der Hydro Flask All Around Tumbler ist dagegen perfekt für den Spaziergang mit Coffee-to-Go, mehr als durchschnittliche Widerstandsfähigkeit, Auslaufsicherheit oder Temperaturisolierung ist nicht zu erwarten.
Der Testsieg entscheidet sich klar zwischen den Thermobechern von Stanley und Emsa. Es ist ein Fotofinish, bei dem jedes noch so kleinste Detail zählt, doch für uns hat in der Praxis der Stanley Go Quick Flip die Nase vorn. Grund: der Trinkauslauf. Beim Emsa Travel Mug Waves Grande läuft das Getränk durch eine Öffnung, die durch einen Federmechanismus geöffnet oder geschlossen wird. Das ist in zweierlei Hinsicht negativ aufgefallen. Zum ersten, kann man auf den ersten Blick schwerer erkennen, ob der Auslauf offen ist, was zu ungewolltem Vergießen führen kann. Und zum zweiten, ist dieser Mechanismus sowohl in der Spüle als auch in der Spülmaschine schwerer zu säubern.
Gewinnchance und Fazit
Die Teilnahme war bis zum 10. April 2025 13:59 möglich. Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen!
Abgesehen davon, dass der Test fast nichts aussagt, gibt es sogar noch Falschaussagen:
„Das Ergebnis nach zwei Stunden – es gibt jeweils einen klaren Gewinner und Verlierer, wobei zwischen den beiden fast 30°C liegen.“
Das kann nach dem bekannten Adam Riesen gar nicht stimmen.
Hydrao Flask ist auf 62°C abgekühlt – das sind tatsächlich 28°C, ausgehend von den 90°C vom Anfang.
Da Emsa aber auch Wärme verlliert, liegt der Unterschied zwischen diesen beiden bei 17°C.
Hier nochmal zur Klarstellung:
Ausgangstemperatur: 90°C
Nach 2 Stunden:
Emsa: 79°C
Stanlex: 71°C
Hydro Flask: 62°C
War vielleicht im Text etwas missverständlich ausgedrückt