Trotz ambitionierter Ankündigungen und erheblicher technologischer Fortschritte bleiben VR-Brillen weiterhin ein Nischenprodukt. Meta, das Unternehmen hinter Plattformen wie Instagram und WhatsApp, bemüht sich seit Jahren um eine stärkere Positionierung in diesem Segment. Während die VR-Brille Meta Quest weltweit zu den bekanntesten Modellen zählt, arbeitet Meta gemeinsam mit dem Brillen-Gigant Ray-Ban daran, smarte Brillen im Massenmarkt zu etablieren. Wie gut dieser Ansatz funktioniert, haben wir anhand der aktuellen Meta Ray Ban Wayfarer 2nd Gen überprüft.
Lieferumfang der Meta Ray Ban Wayfarer 2nd Gen
In der vollständig aus (recyceltem) Papier gefertigten Verpackung liegen die Brille mit dem zugehörigen Lade-Etui, ein Reinigungstuch sowie ein Kurzleitfaden inklusive QR-Code für die Ersteinrichtung.



Design und Verarbeitung
Auf den ersten Blick sieht die Meta Ray Ban wie eine „normale“ Brille aus. Dass hier viel Technik verbaut ist, sieht man erst auf den zweiten Blick, wenn man die leuchtende LED neben der Kamera auf der Vorderseite entdeckt.





Erfreulicherweise bewegt sich die Verarbeitung auf einem sehr hohen Niveau. Das fängt bei dem sehr hochwertigen, aus Kunstleder gefertigtem Lade-Etui an und hört bei der smarten Brille auf. Der verwendete Kunststoff der Brille ist robust und leicht, könnte sich aber etwas „edler“ anfühlen.
Detaillierte Spezifikationen
| Gestellform | rechteckig |
| Speicher | 32GB |
| Rahmenmaterial | Kunststoff |
| Rahmenfarbe | schwarz |
| Glasfarbe | transparent (oder schwarz) |
| Glasbreite | 50mm |
| Stegbreite | 22mm |
| Bügellänge | 150mm |
| Besonderheiten | selbsttönend, Tasche, Bluetooth 5.3, Kamera, Mikrofon, Lautsprecher |
| Gelistet seit | 18.09.2025 |
Anschlüsse
Das Etui dient, ähnlich wie bei kabellosen Kopfhörern, als Ladestation und kann die Brille bis zu 8x komplett aufladen. An der Unterseite befindet sich der USB-C-Port, das passende Kabel ist allerdings nicht im Lieferumfang enthalten.




Tragekomfort
Die Wayfarer Gen 2 ist in zahlreichen Farbvarianten und mit verschiedenen Linsentypen erhältlich, darunter selbsttönende Modelle und individuelle Sehstärkengläser. Trotz integrierter Technik bleibt das Gewicht mit 52 Gramm sehr gering, wodurch die Brille definitiv alltagstauglich ist.


Sie sitzt ohne Druckstellen, bleibt auch über längere Zeit angenehm und zeigt keinerlei Passformschwächen. Meta liefert hier ein überzeugend komfortables Trageerlebnis.
Erfreulicherweise verfügt die Meta Ray Ban Wayfarer Gen 2 über einen Spritzwasserschutz gemäß IP4X-Zertifizierung. Feuchte Stellen lassen sich problemlos abwischen, ohne dass die integrierte Technik beeinträchtigt wird. Daher muss man die Brille weder bei leichtem Regen noch bei feuchtem Wetter abnehmen.
Meta Ray Ban Wayfarer 2nd Gen im Betrieb
Einrichtung
Die Wayfarer Gen 2 wird über die Meta-AI-App und Bluetooth 5.3 mit dem Smartphone verbunden. Erst nach erfolgreicher Kopplung stehen sämtliche Meta-AI-Funktionen zur Verfügung, einschließlich des Imports und der Ansicht gespeicherter Fotos und Videos. Für den Pairing-Modus müssen die Tasten auf der Rückseite des Ladeetuis fünf Sekunden gedrückt werden, bis die LED an der Klappe blau leuchtet. In der Praxis klappt das zuverlässig, auch wenn es in unserem Test zweimal Fehlermeldungen beim Koppelungsversuch gibt.








Während der Ersteinrichtung führt die Brille durch alle Funktionen und fordert zur Freigabe zahlreicher Smartphone-Berechtigungen auf. Der KI-Assistent lässt sich per Sprachbefehl „Hey, Meta!“ aktivieren, sofern die Funktion zuvor aktiviert wurde. Meta AI unterstützt derzeit Englisch (mit australischem, britischem und US-amerikanischem Akzent), Spanisch, Italienisch, Französisch, Deutsch sowie brasilianisches Portugiesisch. Der vollständige Funktionsumfang steht derzeit ausschließlich auf Englisch zur Verfügung, weshalb auch in unserem Test alle Sprachbefehle auf Englisch erfolgen.
Für die Nutzung der Brille ist ein Meta-Konto erforderlich: Ohne ein neues oder bestehendes Meta-Konto lässt sich die Meta Ray Ban nicht vollständig verwenden. Jede Interaktion und jedes aufgenommene Foto/Video kann dazu dienen Metas AI zu trainieren. Welche Daten hier wirklich verarbeitet werden, bleibt allerdings ein Ratespiel, denn Metas Angaben dazu sind leider vage und intransparent.
Foto/Video
Für Fotos kommt eine 12 Megapixel Ultraweitwinkellinse zum Einsatz, die Bilder mit einer Auflösung von 3024 x 4032 Pixel aufnimmt und intern (32 GB) speichert. Die Wayfarer Gen 2 zeichnet Videos in 3K mit 30 Bildern pro Sekunde und rund 6,4 Millionen Pixeln auf. Bei Bedarf lässt sich die Auflösung zur Reduzierung des Speicherbedarfs auf Full HD herabsetzen. Die maximale Videolänge beträgt 3 Minuten. Generell können Fotos als auch Videos gut mit aktuellen Smartphone-Kameras mithalten. Defizite beim dynamischen Farbumfang und der Stabilisierung sind vor allem bei den Videos zu bemerken.
Die Kamera kann per Sprachbefehl oder über die Auslösetaste am rechten Bügel gestartet werden. Zusätzlich ist ein Livestream auf Instagram per Sprachsteuerung möglich, was die Brille insbesondere für Content Creator interessant macht. Für AlltagsnutzerInnen ergibt sich jedoch ein Nachteil: Fotos und Videos werden ausschließlich im Hochformat gespeichert. Warum Meta keinen Sensor mit flexibler Formatwahl integriert hat, bleibt unklar. Wenn man die Brille vor allem auf Reisen oder im Alltag einsetzen möchte, ist das durchaus eine störende Einschränkung.











links: Meta Ray Ban Wayfarer 2nd Gen / Rechts: iPhone 15 Pro
Video-Vergleich + weniger stabilisierte 3K-Aufnahmen
Audio
Die Open Ear-Lautsprecher sind in die Bügel integriert und liefern trotz dieser Bauweise eine überraschend gute Klangqualität. Töne sind nach außen allerdings hörbar, je nach gewählter Lautstärke. Umgekehrt bleiben Umgebungsgeräusche stets wahrnehmbar. Damit stellt die Wayfarer Gen 2 eine praktikable Alternative zu klassischen Kopfhörern dar. Anwender mit hohen klanglichen Ansprüchen oder dem Wunsch nach stärkerer Abschirmung sind mit herkömmlichen Kopfhörern jedoch besser beraten.
Mit den entsprechenden Freigaben am Smartphone lassen sich auch gängige Musik-Apps wie Spotify, Amazon Music oder Apple Music problemlos steuern.
Die Nutzung als Freisprecheinrichtung beim Telefonieren funktioniert im Test sehr gut. Die integrierte Geräuschunterdrückung der Mikrofone arbeitet solide, so dass die übertragene Stimme immer verständlich übertragen wird, wenn auch etwas dumpf.
Akkulaufzeit
Meta gibt für die Wayfarer 2nd Gen eine Akkulaufzeit von rund 8 Stunden bei moderater Nutzung und 5 Stunden bei durchgängigem Audio-Streaming und Sprachbefehlsnutzung an. Das erscheint durchaus realistisch. In unserem Test lag der Akkustand nach 3,5 Stunden durchgehender Musiknutzung bei 15 %. Videoaufnahmen beanspruchen den verbauten Akku deutlich mehr: Schon nach zehn 20 Sekunden-Clips und einer Handvoll Fotos beträgt der Akkustand nur noch 72 %.
Dafür überzeugt das Schnellladesystem: Innerhalb von rund 20 Minuten war die Brille vollständig geladen, vorausgesetzt das Etui verfügt über ausreichend Energie. Das Ladecase selbst bietet Kapazität für bis zu acht vollständige Ladevorgänge und wird über USB-C aufgeladen. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass das Etui der ersten Generation weiterhin kompatibel ist.
Gewinnchance & Fazit
Die Teilnahme war bis zum 14. Jänner 2026 13:59 möglich. Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen!
Review
Meta Ray Ban Wayfarer 2nd Gen
Die zweite Generation der Meta Ray-Ban Wayfarer bietet in vielen Bereichen eine überzeugende Weiterentwicklung. Das vertraute, alltagstaugliche Design fügt sich unauffällig ein und die integrierten Lautsprecher liefern eine bemerkenswert gute Klangqualität. Auch die Foto- und Videoaufnahmen erreichen ein solides Niveau. Die Steuerung über Sprachbefehle sowie die Meta-AI-App funktioniert im täglichen Gebrauch zuverlässig. Eine wesentliche Einschränkung bleibt jedoch bestehen: Die Brille nimmt Bilder und Videos ausschließlich im Hochformat auf. Damit werden alle, die Inhalte jenseits klassischer Social-Media-Formate produzieren möchten, abgeschreckt. Zudem ist für den Betrieb zwingend ein Meta-Konto sowie die Nutzung von Meta AI erforderlich. Welche Rückschlüsse Meta aus den erfassten Daten und dem Nutzungsverhalten zieht, bleibt weitgehend offen, da der Konzern hierzu nur begrenzte Transparenz bietet.
positiv
- Durchdachtes Design, kaum von einer "normalen" Brille unterscheidbar
- Gute Foto- und Videoaufnahmen
- Die verbauten Lautsprecher klingen angenehm und ausgewogen
- Kurze Ladezeiten
negativ
- Kamera nimmt nur im Hochformat auf
- Wenig Transparenz im Bereich Datenschutz und Nutzung der personalisierten Daten
- Vollständiger Funktionsumfang nur auf Englisch verfügbar
Meta Ray Ban Wayfarer 2nd Gen DEALS
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eigentlich ganz schön teuer, wenn man bedenkt, es ist nichts anderes, als eine kamera im brillenformat. open ear lautsprecher machen den einsatz in diesem bereich eigentlich nutzlos, außer man stellt sich und sein leben sehr gerne zur schau (und geht anderen mitmenschen gerne auf den s… ahhh , die nerven wollte ich sagen)
Uff, ganz schön groß, das Teil
Also im Prinzip ist das eine Mini Kamera mit Bluetooth Lautsprecher in eine Brillenfassung gepackt? Nicht sehr interessant. Dachte man könnte auch schon Informationen auf die Glasinnenseite projizieren.
Naja, wers braucht.
Es gibt auch eine Variante mit einem verbauten Display, allerdings haben wir diese nicht getestet.
Ich bin mir unsicher was bei Gewinnnchancen
Rechtlich ist das (Filmen/Daten verarbeiten) grau bis illegal. Es gibt einfach Grenzen – wir leben hier in Deutschland/der EU und wollen keine Chinesischen Überwachungsverhältnisse.
Bei verringerter Videoaufnahmerate (1080p/30fps) sollte auch eine Länge von fünf Minuten einstellbar sein. (via JayzTwoCents) (Evtl. Regions- und Firmwareabhängig, einige berichten von Aufnahmeabbrüchen vor Ablauf der 5 Min. trotz dieser Einstellung.)
Schade dass keine Aufnahmen mit reiner Temperatur- & Speicherbegrenzung möglich sind, der 720p Streamingmodus scheint ja längere Zeiten zu erlauben..
Erstaunlich, wie viel Technik in eine 52g schwere(leichte?) modische Brille reinpasst.
Viel Glück allen Teilnehmern~
Danke für diesen ehrlichen Test!
Zum Ausprobieren vielleicht ganz lustig, aber dem Meta Konzern per Kamera und Mikrofon einblicke in das Privatleben zu gewähren, muss nicht sein.
Da muss ich unwillkürlich an den Film „The Final Cut“ denken. Dafür taugt diese Brille aber schlecht, aufgrund es Hochformats ;)
Vor dem Hintergrund eines Unternehmens, dessen Geschäftsmodell darauf basiert, möglichst viele persönliche Daten zu sammeln und diese dann zu verkaufen – frewillig ihr Überwachungsgerät zu tragen, klingt schon nach Satire.
Verdeckt Videoaufnahmen von anderen Personen anzufertigen und diese womöglich auch noch ohne Zustimmung zu veröffentlichen ist in Deutschland und Österreich rechtlich problematisch.