Die Huawei FreeClip 2 sind Open Ears-Ohrhörer, die nicht nur optisch auffallen, sondern satten Sound, klare Sprachqualität und hohen Tragekomfort versprechen. Aber können Open Ears wirklich gut klingen oder fehlt auch den FreeClip 2 die Basstiefe? Und wie gut eignen sie sich für Telefonate und in lauter Umgebung, schließlich haben sie kein ANC? Das haben wir in der Praxis getestet.
Huawei FreeClip 2: Für offene Ohren
Warum überhaupt Open Ears? Sie sind eine gute Alternative für alle, denen In Ears nie so recht passen, die das abgeschottete Gefühl in den Ohren nicht mögen und eine kompakte Alternative zu Over-Ear-Kopfhörern suchen. Denn Open Ears sitzen nicht im Gehörgang, sondern davor, so dass sie ihn nicht vollständig abdichten. Dieses „offene Ohrgefühl“ geht mit einer gewissen Geräuschdurchlässigkeit einher, ANC geht baubedingt nicht.



Aufgrund ihres Designs können Open Ears mit dem Klangvolumen und der Basstiefe von (guten) In Ears und Over Ears nicht mithalten, sie setzen vielmehr auf Alltagstauglichkeit und Tragekomfort. Das heißt aber nicht, dass sie schlecht klingen, das zeigen nicht nur Mitbewerber wie Anker, Bose und Shokz, sondern auch Huawei.
Die FreeClip 2 sind ein Rundum-Upgrade der 1. FreeClip-Generation, was Leistung, Ausstattung und Verarbeitung betrifft, das charakteristische Ohrring-Design haben sie behalten und sehen ein bisschen wie Mini-Over-Ears aus.
Lieferumfang der Huawei FreeClip 2
Der Inhalt der kleinen Box, in der wir unser Testexemplar erhalten, ist minimal. Neben den Ohrclips in ihrem Ladecase liegen noch Garantiekarte und Kurzanleitung bei. Ein USB-C-Ladekabel ist dagegen nicht im Lieferumfang enthalten. Kann man machen, muss man aber eigentlich nicht – vor allem bei hochwertigen Produkten. Aber Ladecase und Ohrhörer erreichen uns voll geladen, so sollte der Akkustand laut Huawei erst in bis zu 38 Stunden wieder Thema werden.
Detaillierte Spezifikationen
| Bauart | Ohrhörer (Open-Ear) |
| Bauform | True Wireless, Ohrclip |
| Prinzip | offen |
| Mikrofon | integriert, Knochenschallsensor, 6 Mikrofone gesamt |
| Wireless | Bluetooth 6.0, AAC, LC3/LE Audio, Google Fast Pair, Multipoint |
| Steuerung | Touch Control, Gestensteuerung, Auto-Pause/Play |
| Betriebsdauer | 9h, 38h (mit Ladeetui) |
| Akku | USB-C Ladeanschluss, Ladeetui (537mAh), kabelloses Laden (Qi), 0.8h Ladedauer, Schnellladefunktion (10min für 3h Betriebsdauer) |
| Frequenzbereich | 20Hz-20kHz |
| Treiber pro Seite | 1x 10.8mm dynamisch |
| Geräteeigenschaften | wasserdicht (IP57) |
| Software-Features | Equalizer-Voreinstellungen, individueller Equalizer, App-Steuerung |
| Farbe | schwarz |
| Gewicht | 5.1g (je Ohrhörer), 38g (Ladeetui) |




Design und Verarbeitung
Die Huawei FreeClip 2 sind in Schwarz, Blau, Weiß und Roségold (unser Testmodell) erhältlich. Sie sitzen in einem kompakten, quadratischen Ladecase (LxBxH: ca. 5x5x2,5 cm), das 38 g wiegt (in der 1. Generation war es noch eiförmig). Das Case verfügt über einen USB-C-Ladeanschluss (kabelloses QI-Laden geht auch), einen Button zum Aktivieren des Pairing-Modus und eine LED-Anzeige (Pairing, Ladestand). Beim Öffnen und Koppeln gibt es, wenn man möchte, ein akustisch Signal. Die Töne kann man in der Huawei-Audio-Connect-App ändern.
Die FreeClips 2 sind etwas leichter geworden (5,1 g statt 5,6 g pro Ohrhörer) und wirken absolut hochwertig. Sie bestehen aus einer kleineren Kugel (Accustic Ball), die vor dem Gehörgang liegt, und einem etwas größeren, flacheren Gegenstück (Comfort Bean), das hinter dem Ohr positioniert wird.



Die glänzenden Kunststoff-Buds werden durch eine Verbindung aus hautverträglichem Flüssigsilikon zusammengehalten (C-Bridge) und (relativ) quer über das Ohr geclippt. Man sollte ein bisschen herumprobieren, welcher Tragewinkel die beste Mischung aus Klang und Tragekomfort ist.
Features: Was können die Huawei FreeClip 2?
Die Huawei FreeClip 2 wurden klang- und leistungstechnisch auf den neuesten Stand gebracht (Prozessor, Treiber, Mikrophone, Akku, Bluetooth). Die Gestensteuerung wurde ums Swipen erweitert (Lautstärkeregelung). Auch die Wasserresistenz hat man verbessert (IP57-Zertifizierung, schützt gegen kurzzeitiges Untertauchen), so dass sich die FreeClip 2 auch für den Sport gut eignen. Ebenfalls neu: Adaptive Audio (automatische Lautstärkenanpassung an die Umgebung). Hier die wichtigsten Features der Huawei FreeClip 2 im Überblick:
- Gestensteuerung (Tippen, Wischen) zur Medienwiedergabe und Lautstärkenregelung
- Kopfsteuerung zum Annehmen / Ablehnen von Anrufe
- 4 Sound-Presets, individuelle Profile möglich
- Automatische Anpassung der Lautstärke an die Umgebung und Geräuschunterdrückung bei Anrufen
- Automatische Links- Rechtserkennung
- Find-my-Device-Funktion, Fallerkennung (Tonsignale), Multipoint-Connection
Pairing und Huawei Audio-Connect-App
Die Huawei FreeClip 2 sind gleich nach dem Auspacken einsatzbereit. Das Pairing mit Smartphone, Laptop und Desktop-PC aktiviert man über längeren Druck auf den Button am Ladecase. Es funktioniert problemlos und prinzipiell ohne App. Trotzdem sollte man sich die Audio-Connect-App herunterladen, denn sie bietet erweiterte Tuning- und Einstellungsmöglichkeiten und ein paar Extra-Funktionen.
Aufgrund des Handelskonfliktes zwischen USA und China findet man die App allerdings nicht im Google Play Store, im Apple App Store schon. Android-User scannen deshalb entweder den QR-Code auf der Verpackung oder verwenden die Huawei App Gallery.




Die App ist übersichtlich und selbsterklärend, die Tipps zum Tragen und Bedienen der Ohrclips praktisch. In der App kann man u. a. die Fallerkennung aktivieren, so dass ein Warnton erklingt, wenn man einen Ohrhörer verliert, was etwa beim Mütze abnehmen schon mal vorkommen kann. Das Feature funktioniert im Test tadellos, auch die automatische Links-/Rechtserkennung tut ihren Job.
Steuerung: Tippen, Swipen, Nicken
Medienwiedergabe und Lautstärke lassen sich direkt an den Ohrhörern steuern. An den beiden Earbuds und der C-Bride kann man Double-Taps (Play / Pause) und Triple-Taps (nächster Track) setzen, wie schon in der 1. Generation. Wischt man an der Comfort Bean nach oben / unten, werden die Ohrhörer lauter / leiser (das ist neu). Die Gestensteuerung lässt sich freier anpassen, die Kopfsteuerung kann nur zum Annehmen / Ablehnen von Anrufen verwendet werden.
Im Test regeln wir die Lautstärke meist am Smartphone. Das Swipen an der kleinen Comfort Bean, die mit zwei Fingern gehalten werden muss, empfinden wir als unpraktisch und oft nicht zuverlässig, auch das Tippen auf den beiden Kugel-Elementen ist etwas friemelig. Die Steuerung per Bridge-Taps und die Kopfgesten für Anrufen funktionieren dagegen gut.




Klang: Ziemlich überzeugend
Wie eingangs erwähnt, können Open-Ears können nicht mit dem Bassdruck und der Dynamik von guten In-Ear-Modellen oder Over-Ear-Headphones mithalten. Auch die Huawei FreeClip 2 können nicht zaubern, überraschen aber in Basstiefe, Klangbild und Klarheit absolut positiv. Aber man sollte etwas nachjustieren.
EQ-Presets: Bass- & Stimmen-Boost
In der App kann man aus vier „Soundeffekten“ bzw. EQ-Profilen wählen: Standard, Dynamisches Erhöhen, Höhenverstärker und Stimmen, ein Preset, das „Gesang in seiner ganzen Pracht“ verspricht und sich im Test tatsächlich gut schlägt (z. B. Hip Hop, Singer/Songwriter) – aber nicht immer. Vor allem aber, so unser Eindruck, ist der Modus eine ausgezeichnete Wahl für Podcasts, Videos und Filme.
Der Bass Boost im Erhöhen-Preset ist angesichts des Open-Ear-Designs beeindruckend. Nicht nur elektronische Musik, auch Indie Rock, Punk und Pop klingen voll, satt und richtig gut. Manchmal schafft aber auch der Stimmen-Modus das harmonischere Klangbild, Ausprobieren zahlt sich also aus. Wer mit den Presets nicht zufrieden ist, kann per 10-Band-Equalizer eigene EQ-Profile erstellen.
Adaptive Lautstärke und Sprachqualität
Die Huawei FreeClip 2 gehen nicht nur ohrenbetäubend laut, sondern verfügen auch über eine Adaptive-Audio-Funktion. Sie soll die Lautstärke z. B. in der lauten U-Bahn automatisch hochregeln und selbständig wieder leiser schalten, sobald es ruhiger wird. Das Feature reagiert derzeit noch zu langsam, um sich darauf zu verlassen. Es befindet sich noch im Beta-Stadium, das kann sich also noch ändern.



Huawei hat bei den FreeClip 2 sowohl die Mikrofone als auch das automatische Herausfiltern von Umgebungsgeräuschen verbessert. Das Ergebnis ist sehr gut: An der Sprachqualität bei Telefonaten und Video Calls gibt es auch in lauterer Umgebung (Bahnhof, Supermarkt) nichts zu meckern. Umgekehrt muss man sich übrigens auch keine Sorgen machen, dass die Andere wegen der Geräuschdurchlässigkeit mitbekommen, was man hört oder spricht.
Tragekomfort und Alltagstauglichkeit
Als In-Ear-Geplagte (auch die neusten Modelle sitzen nicht gut), waren wir sehr gespannt auf den Test. Schließlich sind unsere wuchtigen Over-Ears auch nicht immer optimal: eine leichte Lösung für unterwegs, die gut hält, sich angenehm trägt und gut klingt, wäre sehr willkommen.
Die anfängliche Skepsis, was die Alltagstauglichkeit des eigenwilligen Designs betrifft, löst sich rasch auf: Die Clips sitzen so leicht und stabil am Ohr, dass man sie, wie versprochen, in der Regel tatsächlich vergisst (ein neues Gefühl für Team Over-Ear) – wenn sie nicht gerade unter der Mütze verrutschen oder man sie sich mit den Fingern vom Ohr „kämmt“. Man muss sich ein bisschen an sie gewöhnen.
Huawei FreeClip 2: Gute Wahl für Sport und Brille
Auch beim Yoga, Laufen und Tanzen sind die Huawei FreeClip 2 nicht aus ihrer Position zu bringen, das fällt sehr positiv auf. Alltagstauglich sind sie also allemal. Sie eignen sich auch sehr gut für Brillenträger:innen, weil sie quer über das Ohr gelegt werden und die Comfort Bean in der Regel unter dem Brillenbügel liegt.
Akkulaufzeit und Laden
Für die Earbuds gibt Huawei eine Laufzeit von bis zu 9 Stunden an, zusammen mit dem Ladecase sollen sie bis zu 38 Stunden erreichen. Diese Werte bestätigen sich im Test an bunten Tagen zwischen Spotify, YouTube, Netflix und Telefon. Im Ladecase dauert es exakt 40 Minuten, bis die Ohrhörer einen Ladestand von 100 % erreichen. Danach ist das Case um 30 % leerer. 10 Minuten Schnellladen bringt die leeren Earbuds auf 50 %.
Gewinnchance & Fazit
Die Teilnahme war bis zum 2. März 2026 13:59 möglich. Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen!!
Hinweis: Huawei war so freundlich uns für den Test und die Verlosung zwei FreeClip 2 zur Verfügung zu stellen.
Der Sponsor der Produkte nimmt keinerlei Einfluss auf unseren Test und unsere daraus resultierenden Urteile und Wertungen. Auch eine Vorabansicht gibt es für den Sponsor nicht.
Review
Huawei FreeClip 2
Die Huawei FreeClip 2 sind Open Ears-Ohrhörer, die nicht nur optisch auffallen (sie sehen ein bisschen wie Mini-Over-Ears aus), sondern auch soundtechnisch überzeugen – für Open Ears und wenn man etwas nachjustiert. Dazu eignen sich die in der App hinterlegten EQ-Presets (v.a. Bass- & Stimmen-Boost), man kann aber auch eigene Profile anlegen. Die Sprachqualität bei Telefonaten und Video Calls ist auch in lauterer Umgebung (Bahnhof, Supermarkt) sehr gut. Weniger überzeugend (friemelig, eher unzuverlässig) ist die neue Lautstärkenregelung durch Swipen am kleinen Element hinter dem Ohr (Comfort Bean). Die Steuerung der Musikwiedergabe durch Tippen am Verbindungsstück (der C-Bridge) funktioniert einwandfrei. Ebenfalls neu und weniger überzeugend: Die Adaptive-Audio-Funktion, welche die Lautstärke an die Umgebung anpassen soll (z. B. in der lauten U-Bahn automatisch hochregeln). Das Feature reagiert derzeit zu langsam, um sich darauf zu verlassen. Es befindet sich im Beta-Stadium, das kann sich also noch ändern. Die Huawei FreeClip 2 sitzen leicht und stabil am Ohr, auch beim Sport, und eignen sich für Brillenträger:innen. Sie sind eine gute Wahl für alle, denen In Ears nie so recht passen, und die kompakte Kopfhörer für unterwegs suchen.
positiv
- Hoher Tragekomfort & stabiler Halt (auch beim Sport)
- Sehr gute Sound- & Sprachqualität
- Sinnvolle EQ-Presets, individuelle Sound-Profile möglich
negativ
- Swipen und Tappen an den Kugel-Elementen: eher unzuverlässig
- Adaptive-Audio-Funktion (noch?) nicht ausgereift
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