Mit dem Assassin VC Elite WH möchte der Hersteller DeepCool das attraktive Portfolio seiner Assassin-Serie noch einmal weiterentwickeln. Ob dies gelingt und wie sich der Prozessor-Luftkühler mit vapor chamber in der Praxis schlägt, erläutern wir im nachfolgenden Test.
Was kann der DeepCool Assassin VC Elite WH?
DeepCool hat den Assassin VC Elite mit einer sogenannten vapor chamber ausgestattet, dabei handelt es sich um ein Dampfkammer-Element an der Unterseite des Kühlers, das für eine besonders effiziente Wärmeableitung sorgen und dadurch die Kühlleistung steigern soll.
Lieferumfang
Im Lieferumfang des Kühlers mit dabei sind Montagerahmen und Befestigungsschrauben für die aktuellen AMD-Sockel AM5/AM4, die Intel-Sockel 1851/1700/1200/155x sowie für den schon etwas in die Jahre gekommenen Sockel 2011/2066. Im Paket inkludiert sind zudem die hauseigene Wärmeleitpaste DeepCool DM9, ein Lüfter-Adapterrahmen, ein einfacher L-Typ Schraubendreher sowie ein Prozessor-Reinigungskit.


Detaillierte Spezifikationen
| Bauart | Tower-Kühler (Dual-Tower) |
| Abmessungen mit Lüfter | 144x164x147mm (BxHxT) |
| Abmessungen ohne Lüfter | 140x160x110mm (BxHxT) |
| Lüfter | 1x 140x140x25mm, 500-1800rpm, 82.5-104.08m³/h, 48.55-61.25 CFM, 22.6-29.3dB(A), 2.46-3.76mmH₂O, 2.4W, hydrodynamisches Gleitlager (FDB) + 1x 120x120x25mm, 500-1700rpm, 79.44-98.66m³/h, 46.75-58.06 CFM, 22.6-29.3dB(A), 1.35-2.1mmH₂O, 2.4W, hydrodynamisches Gleitlager (FDB) |
| Gewicht mit Lüfter | 1.77kg |
| Anschluss | 4-Pin PWM |
| Sockel AMD | AM5, AM4 |
| Sockel Intel | 1851/1700, 1150/1151/1155/1156/1200, 2011-0/2011-1/2011-3/2066 |
| TDP-Klassifizierung | 300W |
| Besonderheiten | 7 Heatpipes (6mm), White Build-kompatibel (weißer Kühlkörper), Vapor-Chamber |
| Gelistet seit | 04.08.2025 |
Assassin VC Elite WH: Optik & Verarbeitung
Bei der Entwicklung des Kühlers hat sich DeepCool ganz klar am Schwestermodell Assassin IV orientiert und seinen Aufbau fast gänzlich übernommen. Im Gegensatz zum Vorgänger mit zwei Farbvarianten bietet DeepCool den Assassin VC Elite WH derzeit allerdings ausschließlich als weiße Version an. Sowohl der Kühlkörper als auch die Lüfter selbst kommen dabei ganz ohne RGB-Beleuchtung aus, lediglich ein kleines Logo sorgt im Betrieb für etwas Licht. Fast einzigartig in der heutigen Zeit, in der Weihnachtsbeleuchtungen in PC-Systemen und an Peripheriegeräten beinahe zum optischen Pflichtprogramm gehören.



Designtechnisch punktet der Dual-Tower-Kühler vor allem durch seine schlichte und elegante Aufmachung. Aufgrund der Größe und der reliefartigen Struktur des Kühlkörpers ist die würfelförmige Kühlkonstruktion aber alles andere als unauffällig und sticht sicherlich in jedem Gehäuse mit Sichtfenster hervor.


Ein zentrales Element des DeepCool Assassin VC Elite WH ist, wie bereits erwähnt, die im Kühlsockel verbaute Dampfkammer (vapor chamber). Im Zusammenspiel mit den sieben Heatpipes soll das Element für eine besonders effiziente Wärmeableitung in die beiden Kühlkörper sorgen. Durch diese Konstruktion ist der Luftkühler somit laut DeepCool auch offiziell für Prozessoren ausgelegt, die mit einer TDP (thermal design power, entspricht der maximal abgegebenen Wärmemenge einer Komponente) von bis zu 300W sehr hohe Abwärmeraten erreichen.


Zweifache Lüfter-Power & Silent-Mode
Für die abschließende Wärmeableitung aus dem Dual-Tower sind planmäßig zwei Lüfter zuständig. Ein Lüfter mit 140 mm Rahmenbreite befindet sich zwischen den beiden Kühlturm-Elementen unter einer magnetischen Abdeckplatte, ein etwas kleinerer Lüfter mit 120 mm ist außen am Kühlkörper montiert. Dieser soll die Luft durch den Kühlkörper ansaugen und in Richtung des rückseitigen Gehäuse-Lüfters abtransportieren.
Zusätzlich ist an der Kühlkörper-Oberseite wie schon beim Assassin IV ein Schalter verbaut, der ein einfaches Umschalten auf den Silent-Modus erlaubt, bei dem die zwei Lüfter mit verringerter Drehzahl arbeiten.
Bei der Produktion des Kühlkörpers wurde insgesamt sauber gearbeitet. Scharfe Kanten oder ähnliche Makel am Material sind bei unserem Testexemplar nicht feststellbar. Die Lüfter und Kunststoffabdeckungen der Tower-Kühlkörper zeigen sich ebenfalls in einem einwandfreien Zustand, auch hier ist die Verarbeitung solide.
Installation & Montage
Die Montage des Assassin VC Elite WH ist in etwa 10-15 Minuten abgeschlossen und im Allgemeinen relativ einfach durchzuführen. Einzig die Größe und das Gewicht des Kühlers führten zu ein, zwei mühseligen Handgriffen während des Aufbaus und der abschließenden Verkabelung des Mainboards. Aufgrund des Kühlergewichts ist es ratsam, das betreffende Mainboard vorab auszubauen und die Montage in der Horizontalen auf einem Tisch durchzuführen.


Bei Mainboards mit AMD-Sockel, so wie bei unserem Exemplar von ASRock (ASRock B450M Steel Legend), müssen zuallererst die standardmäßigen Kühler-Befestigungsrahmen des Mainboards entfernt werden. Die rückseitige Metallplatte wird nicht ausgetauscht, an dieser werden die AMD-Abstandshalter befestigt. Danach wird der AMD-Montagerahmen ausgerichtet und auf den Abstandshaltern verschraubt.


Anschließend ist der Kühler selbst an der Reihe. Zuallererst entfernen wir die magnetische Schutzabdeckung an der Oberseite des Kühlers, danach wird der mittig freigelegte Lüfter mit einem simplen Klipp-Mechanismus aus dem Kühler nach oben herausgezogen und erstmal beiseitegelegt. Das Entfernen ist nötig, weil der Kühlkörper sonst nicht auf dem Montagerahmen verschraubt werden könnte.



Nach dem Auftragen der Wärmeleitpaste auf den Prozessor haben wir zunächst die Schutzfolie am Kühlsockel entfernt. Danach wird der Kühler in der richtigen Orientierung auf dem Prozessor platziert und mittels L-Schraubendreher am Montagerahmen verschraubt. Abschließend erfolgt noch das Einsetzen und Anschließen des vorher entfernten Lüfters (Belüftungsrichtung beachten!) sowie das Befestigen der Schutzabdeckung.


Betreffend möglicher baulicher Inkompatibilitäten sind uns bei der Montage des Kühlers keine Details aufgefallen. Sowohl zu den Kühlkörper-Elementen auf dem Mainboard, als auch zu den RAM-Slots hatten wir ausreichend Platz.
Test-Setup: Der DeepCool Assassin VC Elite WH in der Praxis
Unsere Testumgebung für den Assassin VC Elite WH besteht aus einem AM4-System mit B450-Chipsatz, dem 12-Kern Prozessor AMD Ryzen 9 3900X, 32GB DDR4 Speicher mit 3600MHz Speichertakt sowie der Sapphire Pulse Radeon RX 6600 als GPU-Einheit. Um einen möglichst guten Vergleich bei der Kühlleistung und Lautstärke zu ermöglichen, haben wir den Standardkühler AMD Wraith Prism als Referenz verwendet.
Testsystem
| Mainboard: | ASRock B450M Steel Legend |
| Prozessor: | AMD Ryzen 9 3900X, 12 Prozessor-Kerne/24-Threads, 105W TDP |
| Kühler: | AMD Wraith Prism |
| RAM: | 32GB Mushkin Redline White 32GB Kit, DDR4-3600, CL18-22-22-42 |
| Grafikkarte: | Sapphire Pulse Radeon RX 6600, 8GB GDDR6 |
| Netzteil: | be quiet! Pure Power 11 400W ATX 2.4 |
| Gehäuse: | Sharkoon MK6 RGB |
| Software: | Windows 11, CoreTemp, Prime95, REW |
Als Wärmeleitmittel haben wir zur besseren Vergleichbarkeit sowohl für den Standardkühler als auch für den Assassin VC Elite WH die Wärmeleitpaste Noctua NT-H2 verwendet. Für die Schallpegelmessungen war ein Messmikrofon vom Hersteller miniDSP im Einsatz, namentlich das Modell UMIK-1.
Software & Profile
Zur Einschätzung der Kühlleistung haben wir das System in zwei Anwendungsprofilen getestet. Einerseits haben wir die im Asrock-UEFI hinterlegten Werkseinstellungen des Standard-Profils ausgewählt (TDP-Limitierung von 105 W), zusätzlich kam das das ECO-Profil zum Einsatz (TDP-Limitierung von 65 W), um eine etwas energiebewusstere Verwendung zu simulieren. Für beide Profile wurde der Kühler außerdem im Silent-Modus getestet, der per haptischem Schalter am Kühler selbst aktiviert werden kann.
Zur Temperaturmessung kam CoreTemp64 zur Anwendung, für die Maximal-Auslastung des Prozessors haben wir auf Prime95 (10 min Vollast, Small-TFT Berechnung für maximale Prozessor-Last) zurückgegriffen. Zur Schallpegelmessung haben wir das Mikrofon Richtung Seitenwand orientiert und in einer Entfernung von 30 cm platziert. Die Anzeige der Messungen erfolgte über die Software REW.
Kühlleistung & Temperatur: 1:0 für den Assassin VC Elite WH
Standard-Profil (105 W)

Im Vergleich zum AMD-Kühler mit 95 °C unter Last kommt der Assassin VC Elite WH im Standard-Profil auf einen guten Wert von maximal 79 °C. Der hier erreichte Temperaturunterschied von 16 °C kann sich sehen lassen. Mit eingeschaltetem Silent-Modus ist die Temperatur des Dual-Towers unter Last nur marginal höher und erreicht 81 °C.
ECO-Profil (65 W)

Unter Last im ECO-Profil schrumpft der Temperaturvorsprung des Assassin VC Elite WH zwar etwas, trotzdem liegt er eindeutig vorne und wird nie wärmer als 57 °C, während der AMD-Kühler auf 71 °C kommt. Auch im Silent-Modus muss man beim Assassin VC Elite WH mit geringen Einbußen gegenüber den Kühler-Standardeinstellungen rechnen. Die Verluste in diesem Modus belaufen sich allerdings wieder nur auf respektable 2 °C, der Kühler landet somit bei einem Temperatur-Maximum von 59 °C.
Lautstärke: Der Assassin VC Elite WH als flüsterleiser Ruhepol
Standard-Profil (105 W)

Mit einem Last-Schallpegel von 41,7 dB(A) liegt der Assassin VC Elite WH zwar nur knapp 3 dB(A) vor dem AMD-Referenzkühler. Dennoch ist der AMD Wraith Prism unter diesen Bedingungen um einiges deutlicher zu hören und kratzt schon etwas an unserer persönlichen Nervigkeits-Grenze. Mit aktiviertem Silent-Modus lassen sich beim Tower-Kühler von DeepCool noch einmal 1,5 dB(A) herausholen. So war der Assassin VC Elite WH schon unter diesen Voraussetzungen in der Testumgebung akustisch nur mehr schwer herauszuhören.
ECO-Profil (65W)

Geräuschtechnisch geben sich im ECO-Profil beide Kühler unter Last keine Blöße. Sowohl der AMD-Kühler mit 39,6 dB(A) als auch der DeepCool Dual-Tower mit 39,4 dB(A) landen in dem Bereich „hörbar, aber nicht störend“. Im Silent-Modus kommt der Assassin VC Elite WH auf einen Schallpegel von 37,9 dB(A), das sind 1,5 dB (A) weniger als mit Kühler-Standardeinstellungen. In diesem Modus verliert sich die Lautstärke des DeepCool-Kühlers beinahe im leichten Rauschen der Gehäuselüfter und landet damit im quasi nicht mehr wahrnehmbaren Hörbereich. Zugunsten dieser Fast-Unhörbarkeit kann man die um 2 °C höhere Wärmeentwicklung bedenkenlos in Kauf nehmen.
Stark von der Norm abweichende Lüfter-Geräusche (Fiepen, Schleifen, Probleme mit Lüfterlagern etc.) haben wir unter sämtlichen Idle- oder Last-Szenarien nicht festgestellt.
Gewinnchance & Fazit
Die Teilnahme war bis zum 4. November 2025 13:59 möglich. Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen!
Hinweis: DeepCool war so freundlich uns für den Test und die Verlosung zwei Kühler zur Verfügung zu stellen.
Der Sponsor der Produkte nimmt keinerlei Einfluss auf unseren Test und unsere daraus resultierenden Urteile und Wertungen. Auch eine Vorabansicht gibt es für den Sponsor nicht.
Review
DeepCool Assassin VC Elite WH
Mit dem Assassin VC Elite WH hat DeepCool einen rundum gelungenen Kühler veröffentlicht. Hervorzuheben sind die sehr gute Verarbeitung, das simple Montagsystem und vor allem die niedrige Lautstärke der beiden Lüfter. Die Temperaturen des Prozessors hat der Kühler jederzeit gut im Griff, aufgrund der Größe und des Gewichts könnte die Kühlleistung aber etwas besser sein. Insgesamt ist der DeepCool Assassin VC Elite WH eine klare Empfehlung wert - vor allem für jene, die Wert auf sehr leise und gleichzeitig leistungsstarke Prozessorkühler legen und dafür genug Platz im Gehäuse mitbringen.
positiv
- ausgezeichnete Verarbeitung
- sehr einfaches Montagesystem
- angemessene Kühlleistung im Silent-Mode
- leise unter Last, nahezu lautlos im Silent-Mode
negativ
- Temperaturgewinn im Standard-Mode zu gering
- Gehäuse-Einbau aufgrund der Größe/Form etwas mühsam
DeepCool Assassin VC Elite WH DEALS
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Der Preis kommt mir etwas hoch vor die Leistung unter Last und der 3900X ist nicht das top Modell, bei angeblichen 300W sehe ich mehr als schwarz. Aber es kann auch an der Wärmeleitpaste liegen, wenn da nichts gescheites benutzt wurde, hat ja Igor schon gezeigt, wie Auftragen und richtiger Typ macht zweistellige Temperatur Unterschiede.