Huawei P40 lite im Test

Die Lite-Varianten der P-Serie von Huawei sind besonders beliebt, versprechen sie doch ansprechende Leistung und modernes Design zu einem fairen Preis. Genau hier knüpft Huawei auch im Jahr 2020 an und bringt mit dem P40 lite wieder ein interessantes Budget-Smartphone auf den Markt. Wie sich dieses – ohne Google App Store – schlägt, erfahrt ihr im folgenden Test.

Lieferumfang des P40 lite

Auffällig an der schlichten, weißen Box ist eigentlich nur der unten angebrachte Hinweis zu Huaweis eigenem App Store „AppGallery“.

Die Ausstattung geht für diese Preisklasse vollkommen in Ordnung, birgt aber auch keinerlei Überraschungen:

  • kabelgebundene Kopfhörer (3.5mm)
  • Supercharger 20W-Ladegerät
  • USB-C / USB-A-Kabel
  • SIM-Tool

Design und Verarbeitung

In Sachen Design und Verarbeitung legt Huawei mit dem P40 lite wieder eine Schippe drauf. Das 6,4″-Smartphone besitzt einen, je nach Farbvariante, gefärbten Aluminium-Rahmen und Vorder- und Rückseite sind aus Glas und Kunststoff gefertigt.

An der rechten Seite befinden sich die gut erreichbaren Volume-Knöpfe und der Fingerprint-Reader, der wiederum auch als An/Aus-Schalter fungiert.

Auf der Unterseite ist der USB-C-Anschluss, der Lautsprecher, ein Mikrofon und eine Kopfhörer-Buchse. Damit setzt sich auch der Trend im Jahr 2020 fort, dass günstige Smartphones den Kopfhörer-Eingang behalten.

Detaillierte Spezifikationen

BetriebssystemAndroid 10.0
Display6.4″, 2310×1080 Pixel, 16 Mio. Farben, IPS/​LTPS, kapazitiver Touchscreen, Kameraloch
Kamera hinten48.0MP, f/​1.8, Phasenvergleich-AF, LED-Blitz, Videos @1080p/​30fps (Kamera 1); 8.0MP, f/​2.4, Weitwinkelobjektiv (Kamera 2); 2.0MP, f/​2.4, Makroobjektiv (Kamera 3); 2.0MP, f/​2.4, Tiefenschärfe (Kamera 4)
Kamera vorne16.0MP, f/​2.0, Videos @1080p/​30fps
SchnittstellenUSB-C 2.0 (OTG), 3.5mm-Klinke, WLAN 802.11a/​b/​g/​n/​ac, Bluetooth 5.0, NFC
SensorenBeschleunigungssensor, Gyroskop, Annäherungssensor, Lichtsensor, Kompass, Fingerabdrucksensor (seitlich)
SoCHiSilicon Kirin 810, 64bit
CPU2x 2.27GHz Cortex-A76+ 6x 1.88GHz Cortex-A55
GPUMali-G52 MP6
RAM6GB
Speicher128GB (UFS 2.1), NM Card-Slot (shared, bis 256GB)
NavigationA-GPS, GLONASS, Galileo, QZSS
ModemGSM (0.2Mbps/​0.1Mbps), UMTS, LTE
Frequenzbänder2G (850/​900/​1800/​1900), 3G (B1/​B2/​B4/​B5/​B6/​B8/​B19/​B34/​B39), 4G (B1/​B2/​B3/​B4/​B5/​B7/​B8/​B18/​B19/​B20/​B28/​B34/​B38/​B39/​B40/​B41)
NetzstandardsGPRS, EDGE, HSDPA, HSUPA, HSPA+, LTE-A
Akku4200mAh, fest verbaut
Ladeleistung40W (Huawei SuperCharge)
Standby-Zeit293h
Gesprächszeit21h
SAR-Wert0.85W/​kg Kopf, 1.15W/​kg Körper
GehäuseformBarren
GehäusematerialKunststoff (Rückseite)
Farbegrün
Abmessungen159.2×76.3×8.7mm
Gewicht183g
SIM-FormfaktorNano-SIM (1x shared)
BesonderheitenDual-SIM
Gelistet seit02.03.2020

Display

Das 6,4″-IPS-Display mit FullHD+-Auflösung (398dpi) ist leuchtstark und blickwinkelstabil. Der Punchhole-Ausschnitt für die Vorderkamera im linken, oberen Bereich ist dabei angenehm klein gehalten.

Natürlich wäre ein OLED-Display noch etwas besser gewesen, auch um den integrierten Dark-Mode noch besser zur Geltung kommen zu lassen.

Dafür lässt sich die Farbtemperatur nach persönlichen Präferenzen einstellen.

AppGallery und Features

Seit Mitte 2019 darf Huawei im Zuge eines Handelsstreits mit den USA keine Google Services mehr auf seinen Geräten nutzen. Was bedeutet, dass auch der populäre Google App Store fehlt. Huawei, immerhin einer der größten Smartphone-Produzenten der Welt, versucht nun mit dem eigenen App-Ökosystem, der „AppGallery“, einen Ersatz zu etablieren.

Laut eigenen Angaben ist die AppGallery inzwischen der drittgrößte App-Marktplatz der Welt und bietet auch beliebte Apps wie Microsoft Office, Amazon Shopping und Games wie Asphalt 9 und Fortnite.

Huaweis Bemühungen populäre Apps in das eigene Ökosystem zu bekommen, sind offensichtlich da. Schon bei der Ersteinrichtung werden einem Apps vorgeschlagen und installiert. Auch Apps wie Facebook, WhatsApp & Co. lassen sich meistens über kleine Umwege in der AppGallery finden und installieren. Auch die Geizhals-App steht dort zum kostenlosen Download zur Verfügung. Die Huawei-Community bietet auch hilfreiche Tipps zu App-Installationen und AppGallery.

Für die fehlenden Google-Apps gibt es meist Ersatz, wenn auch nicht immer komplett gleichwertigen. Gerade Google Maps oder Google Drive wurden im Test schmerzlich vermisst.

Im Bereich Werkzeuge befinden sich auch nützliche Apps, die den Alltag erleichtern sollen. So wird z.B. eine Wetter-App auch vorinstalliert, aber nur in der Free-Version mit Werbung.

Betriebssystem

Das P40 lite ist mit Android 10 ausgestattet, wobei das Betriebssystem mit Huaweis eigener Oberfläche EMUI 10.0.1 stark modifiziert wurde. Der letzte Sicherheitspatch datiert aus dem Jänner 2020 – wie oft hier Huawei in Zukunft aktualisieren wird, wird sich zeigen müssen.

Dafür war die Performance überzeugend: Kaum Mikroruckler, dafür flottes Navigieren und ein schicker Dark Mode – so soll es sein.

Entsperren

Der seitlich angebrachte Fingerprint-Reader ist auch gleichzeitig der ON-OFF-Schalter. Beim Testen funktionierte dies auch recht zuverlässig, wenn auch die Erkennungsrate – gefühlt – ein paar Prozentpunkte hinter dem Vorjahresmodell, dem P30 lite, liegt.

Der seitliche Fingerprint-Reader: äußerst flott und zuverlässig

Sound

Soundtechnisch wird das geboten, was man sich in der Preisklasse erwarten kann: einen auf der unteren Seite positionierten Mono-Lautsprecher, der zwar laut sein kann, aber keinerlei Tiefen besitzt und auch leicht verdeckt werden kann.

Speicher

Der Speicherausstattung ist mit 128GB zeitgerecht, leider setzt Huawei bei der Erweiterung auch dieses Jahr auf einen eigenen Standard, MicroSD-Karten werden weiterhin nicht unterstützt.

Akku

Hier trumpft Huawei auf und spendiert dem P40 lite einen großen 4200mAh-Akku, der mit 40W schnell geladen werden kann. Deshalb ist es doppelt schade, dass das mitgelieferte Ladegerät lediglich maximal 20W ausgibt. Das ist zwar noch immer schnell, in ca. 30min hat man knapp 50% erreicht, aber das Potenzial wird nicht voll ausgeschöpft.

Im Test war dann auch die Akkulaufzeit nicht wirklich ein Thema, denn eine volle Ladung hat – ohne mobile Daten – locker für mehrere Tage ausgereicht. Fotografieren, volle Displayhelligkeit und Spielen – das P40 lite bietet einfach eine hervorragende Akkulaufzeit.

Kamera des P40 lite

Vier Kamera-Module auf der Rückseite, nichts Ungewöhnliches mehr im Jahr 2020. So viele besitzt das P40 lite natürlich auch, wobei ein Sensor nur für die Tiefenschärfe zuständig ist.

Und wie im letzten Jahr setzt man Vielseitigkeit beim Kamera-System:

  1. 48.0MP, f/​1.8, Videos @1080p/​30fps
  2. Weitwinkel, 8.0MP, f/​2.4
  3. Makro, 2.0MP, f/​2.4
  4. Tiefenschärfe
  5. Vorderkamera: 16.0MP, f/​2.0, Videos @1080p/​30fps

Outdoor macht das Kamera-System einen guten Job. Die Software ist dabei intuitiv, bietet aber auch zahlreiche Einstellungsmodi, so wie einen Pro-Modus, bei dem alle relevanten Parameter selbst eingestellt werden können. Der Großteil wird aber wohl im Automatik-Modus geschossen werden und dieser ist durchaus gelungen. Lediglich die fehlende optische Stabilisierung kann etwas nerven: Fotos werden gelegentlich unscharf oder man wird beim Fotoschießen von der Software aufgefordert, die Hand auch nach dem Auslösen noch für ein paar Sekunden ruhig zu halten.

Makroaufnahmen gehen nun auch und funktionieren besser, als der digitale Zoom, der besonders aggressiv Bildrauschen unterdrückt und damit auch die allgemeine Fotoqualität.

Beim integrierten Nachtmodus gibt es wenig Neues im Vergleich zum Vorjahr. Dieser funktioniert noch immer zuverlässig, wenn man für ca. 10 Sekunden die Hand komplett still halten kann.

Die Selfie-Kamera verfügt über einen Porträt-Modus, der Hintergründe unscharf stellt. dies funktioniert aber nur, wenn ein Gesicht erkannt wird. Dieses lässt sich dann zusätzlich über einen Beautymodus „glätten“ – oder auch nicht, denn dieser Modus ist komplett deaktivierbar. Selten gab es hier kleine Autofokus-Probleme, in der Regel sind die Selfies aber schnell gemacht und scharf.

Fazit

Was uns gefällt

Huaweis Budget-Smartphones werden von Jahr zu Jahr schöner. Dem P40 lite sieht man seinen günstigen Preis auf den ersten Blick nicht an. Ein leuchtstarkes Display, ein vielseitiges Kamera-System, lange Akkulaufzeiten und keinerlei Verarbeitungsmängel ist man inzwischen auch bei den Lite-Modellen der P-Serie gewohnt. Dazu gesellt sich weiterhin ein quasi schon totgeglaubter Kopfhörer-Eingang.

Was uns nicht so gefällt

Der unfreiwillige Verzicht auf Googles Play Store ist weniger schlimm als anfangs angenommen: viele populäre Apps sind entweder über Huaweis AppGallery auffindbar oder ersetzbar. Gewisse Google-Services bzw. Apps fehlen dann aber doch im gewohnten Alltag.

Und so sehr die Vielseitigkeit der Kamera – gerade bei so einem günstigen Einstiegspreis – überzeugen kann, vielleicht wäre es sinnvoller gewesen eine Linse einzusparen und dafür eine optische Bildstabilisierung zu verbauen.

Conclusio

Wer ein günstiges Smartphone sucht, das verlässliche und lange Akkulaufzeiten bietet und dazu ein gutes, flexibles Kamera-System braucht, der sollte sich das Huawei P40 lite genauer ansehen. Ist man allerdings tief in Googles Ökosystem verankert, könnte ein Umstieg – ehrlicherweise – doch für etwas Frust sorgen.


Angebote für das Huawei P40 lite

Mehr Infos zu den anderen Modellen: P40 Pro / P40



Hinweis: Huawei Austria war so freundlich uns für den Test ein P40 lite zur Verfügung zu stellen.

2 Gedanken zu “Huawei P40 lite im Test

  1. Hi, sehr gute Review zum P40 Lite.
    Eine kleine Anmerkung nur zu der App Situation: Huawei hat ne Anwendung veröffentlich namens MoreApps, mit der man Google Software wie Maps oder Chrome und viele andere populäre Anwendungen runterladen kann.
    Ne echt coole Sache wie ich finde.

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